Kaum ein Thema ist in den letzten Jahren so stark ins Bewusstsein gerückt wie „Regulation“. Wir suchen nach Werkzeugen, wie wir unsere Kinder gut begleiten und regulieren können.
Doch zu oft richten wir den Blick nur nach außen – auf das Kind. Dabei ist es so wichtig zu verstehen: Bevor ein Kind sich selbst regulieren kann, braucht es Co-Regulation. Unsere eigene Regulation kommt zuerst.
Ein entscheidender Punkt für die Regulationsfähigkeit eines Menschen ist die erste Erfahrung im eigenen Familiensystem. Hier entsteht Co-Regulation – im Miteinander, im Zusammensein, im gemeinsamen Schwingen. Die Vibes, in denen wir aufwachsen und leben, prägen uns tief. Spätestens mit dem ersten Baby wird sichtbar, wie reguliert oder dereguliert wir selbst sind. Um gut reguliert zu sein, brauchen wir Sicherheit und Verbindung in unseren Beziehungen. Unsere Bedürfnisse als Erwachsene unterscheiden sich dabei gar nicht so sehr von denen unserer Kinder. In unserer modernen, schnellen Gesellschaft ist es jedoch fast unmöglich geworden, wirklich im eigenen Inneren anzukommen (verkörpert zu sein). Unser Nervensystem braucht Ruhe, „Slow-Life“-Phasen, um sich zu regenerieren – und genau diese Zeiten fehlen uns oft. Dein Nervensystem ist die Grundlage deines Lebens. Dieses Thema hat mich in den letzten Jahren sehr beschäftigt. Ich habe gemerkt, wie sich die Schwingung in unserer Familie verändert hat, sobald ich als Mutter nicht mehr reguliert war – sei es durch Überforderung oder hormonelle Veränderungen im Menstruationszyklus. Mütter brauchen Mütter – und ein möglichst reguliertes Umfeld, um den Familienraum halten zu können, ohne selbst ständig überlastet zu sein.
Häufig merken wir gar nicht, dass wir dereguliert sind, weil es in unserem Umfeld „normal“ ist. Verhalten spiegelt sich. Veränderung beginnt in dem Moment, in dem wir uns ehrlich fragen:
• Wie fühle ich mich innerlich wirklich?
• Wie geerdet bin ich im Alltag?
• Wie gehe ich mit Stress um?
• Wie viel Raum nehmen meine Emotionen unbewusst ein?
Dann öffnen wir uns für neue Wege. Wenn dein Baby viel schreit, unruhig ist und du dich in einer Spirale aus starken, unkontrollierten Emotionen wiederfindest, dann halte kurz inne und beobachte zuerst dich selbst.
Vielleicht sind deine Vibes nicht geerdet und brauchen Raum, um wieder anzukommen.
Wenn du in deiner Intuition spürst, dass dein Nervensystem genährt werden möchte, dann kümmere dich um dich. Erst dann kannst du das Nervensystem deines Babys wirklich unterstützen.
Mein absolutes Ritual, um mein Nervensystem in Zeiten großer Belastung zu regulieren, ist: in kaltes Wasser zu gehen.
I LOVE IT.
Meistens mache ich dieses Ritual nach meinem Menstruationszyklus weil ich da viel Energie habe und in der Umsetzung bin. Wasser ist Resilient und in meiner Erfahrung das Element um dein Nervensystem in Balance zu bringen.
Es klärt und bringt innere Ruhe.
Manchmal beginnt echte Regulation mit einem Atemzug, einem Moment im kalten Wasser – und der Entscheidung, zuerst für dich zu sorgen.